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Forstrevier Ebersbach

Was läuft 2021 im Stadtwald Ebersbach

Etwa die Hälfte des Stadtwaldes besteht aus über 100 jährigen Laubbäumen.

Das meiste davon sind schöne naturnahe Eichenwälder. Diese gilt es zu erhalten. Gerade durch den Klimawandel bekommen die stabilen Eichen eine wichtige Bedeutung. Nicht immer ist das aber durch Nichtstun zu erreichen.

Gleich zu Beginn des Jahres ist im Hardtwald in den Abteilungen 4-6 ein Einschlag mit ca. 650 Fm geplant, vorwiegend Buchenbrennholz.

Buchen bedrängen hier die alten Eichen, wachsen in deren Krone und bringen sie zum absterben. Ziel ist es die Eichenkronen frei zu stellen, um sie fit für die kommenden Jahre zu machen.

In der Abteilung 2 und 3 im Hardtwald sind 110 Fm schwächeres Holz für Brennholzselbstwerber vorgesehen. Hier hat sich der Wald nach dem Sturm Lothar 1999 von selbst entwickelt. Jetzt ist eine erste Pflegedurchforstung fällig um den vitalsten und schönsten Bäumen zu helfen.

Vor dem Frühjahr müssen im Bachtal, Abt 7 noch einige Fichten weichen.

Sie stehen am Rand eines größeren Sturmlochs. Bei weiteren Stürmen könnten die Fichten sonst in die Pflanzfläche fallen. Eine Pflanzung mit 800 Douglasien im Weitverband ist hiergeplant. Dazwischen soll sich der Wald natürlich entwickeln.

Derzeit sind im Hardtwald starke Trockenschäden an den nach Süden exponierten Buchen (oberhalb der Bebauung) festzustellen.

Vermutlich werden 50-100 Fm aus Verkehrssicherungsgründen bis zum Frühjahr eingeschlagen werden müssen.

Im November/ Dezember 2021 steht eine Durchforstung im Faurndauer Hau (130 jährige Eichen) mit gleicher Zielsetzung wie im Hardtwald Abt 4-6 an. Ein Einschlag mit ca. 500 Fm ist geplant.

3 ha gepflanzte Wälder müssen vom Unkraut befreit werden, vorwiegend im Kunzenbühl. Hier haben wir große Probleme mit dem Indischen Springkraut.

Zum Standart gehören die Unterhaltung der Waldwege inclusive von  Mulcharbeiten und Lichtraumprofil.

Nach dem von allen ersehnten und hoffentlich baldigen Ende der Coronaepedemie freue ich mich auf zahlreiche Begegnungen mit den kleinen Ebersbacher Bürgern wenn sie mit ihrer Schulklasse oder dem Kindergarten einen Besuch im Stadtwald machen.

Brennholz

Informationen zum Brennholz gibt es hier

 

Borkenkäfer und Privatwald

Trotz der extremen Trockenheit 2020 entwickelte sich im Raum Ebersbach erstaunlicherweise keine verschärfte Borkenkäfersituation. Dennoch sollte man sich jetzt nicht entspannt zurücklehnen, denn der nächste Sommer und mit ihm der Borkenkäfer kommt bestimmt.

Hat der Käfer im Winter nicht Pause?

Ja, aber… die Wintermonate sollten genutzt werden um bisher unentdeckte, befallene Fichten aufzuarbeiten und aus dem Wald zu verbringen.

Befallene Bäume erkennt man im Herbst und Winter an vertrocknenden Kronenteilen und an herabfallenden Rindenstücken, sowie den dann sichtbar werdenden Fraßbildern, die die Larven der Borkenkäfer während ihres Wachstums anlegen. Bei der Fichte sind es in der Regel der Buchdrucker und der Kupferstecher.

Die Rinde fällt natürlich nicht von alleine ab, vor allem der Schwarzspecht nützt die unter der Rinde sitzenden Käfer als Nahrungsquelle. Die dabei abfallende Rinde zeigt uns welche Bäume befallen sind.

Ist einmal die ganze Rinde weg, kann der Baum auch stehen bleiben. Um Neubefall im kommenden Frühjahr leichter erkennen zu können, empfiehlt es sich aber trotzdem dürre Bäume umzusägen, dann wird es übersichtlicher. Am Boden liegend zersetzen sie sich wesentlich schneller und dienen häufig dem Rothalsbock als Brutstätte. Dessen fette Larven wiederum sind während der Jungenaufzucht die Hauptnahrungsquelle des Schwarzspechts.

Vom Specht bearbeitete Fichten

Was muss  ich im Frühjahr und Sommer tun?

Wurden durch Winterstürme Fichten umgeworfen oder ist mehr als ein Drittel der Krone abgebrochen, ist Aufarbeitung und Abfuhr angesagt.

Maßnahmen ab Beginn des Käferflugs:

Intensive Kontrollen auf Stehendbefall. Bohrmehl am Stammfuß und auf dem Boden und kleine Harztropfen auf der Stammoberfläche ab April sind eindeutige Zeichen für einen Neubefall. Später zeigen sich erkennbare Verfärbung der Krone und abfallen der Rinde vom Stamm.

Befallene Bäume müssen markiert, aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden. Zur Minimierung der Gefahren für Ihren Wald und dem Ihrer Nachbarn, sind regelmäßige Kontrollen und schnelle Reaktionen unverzichtbar.

Sollten Sie diesbezüglich Hilfe in Anspruch nehmen wollen, können Sie sich fachkundige Beratung beim Forstrevier einholen. Wir können ihnen Unternehmer zur Aufarbeitung vermitteln und uns um den Verkauf des Schadholzes kümmern.

 

Gehölzschonzeit

Am 1. März beginnt wieder die gesetzliche Gehölzschonzeit. Entsprechend dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen in dieser "Sommerpause“ • Bäume außerhalb des Waldes, außerhalb von Kurzumtriebsplantagen und außerhalb gärtnerisch genutzter Grundstücke, • Hecken, • lebende Zäune, • Gebüsche, • andere Gehölze • sowie Röhrichte nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden.

Der Sinn dieser Regelung besteht vor allem im Schutz der im Frühling erwachenden Tierwelt. Insbesondere die Vögel, die jetzt wieder ihr Brutgeschäft beginnen, aber auch z.B. Wildbienen und andere Insekten, die diese Lebensräume bewohnen, sind jetzt besonders zu schonen.
Die Schonzeit dauert bis 30. September.

Nicht von dieser zeitlichen Vorgabe berührt sind u.a. die üblichen Pflegeschnitte bei Obstbäumen und streng formgeschnittenen Gartenhecken. Natürlich sollte aber immer grundsätzlich mit Rücksicht auf unsere gefiederten Freunde und andere Tiere gearbeitet werden.

Alten Bäumen mit Höhlen und starkem Totholz sollte stets besondere Rücksichtnahme geschenkt werden. Sie bieten für viele Vögel, Fledermäuse, Hornissen, Holzkäfer und andere geschützte Tiere wichtige „Wohnungen“ und stehen daher auch unabhängig von der Schonzeit unter besonderem Schutz, genauso wie ausgewiesene Naturdenkmale.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen das Landratsamt Göppingen gern zur Verfügung (Tel. 07161 / 202-417; E-Mail

Kontakt

Martin Mönich
Forstrevier Ebersbach
Lerchenweg 29
73035 Göppingen

Tel. 07161 / 5046301
Fax 07161 / 5047289

forstamt@lkgp.de
m.moenich@lkgp.de

Forstamt Landkreis Göppingen