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Forstrevier Ebersbach

Was läuft 2022 im Stadtwald Ebersbach

Etwa die Hälfte des Stadtwaldes besteht aus über 100 jährigen Laubbäumen.

Das meiste davon sind schöne naturnahe Eichenwälder. Diese gilt es zu erhalten. Gerade durch den Klimawandel bekommen die stabilen Eichen eine wichtige Bedeutung. Nicht immer ist das aber durch Nichtstun zu erreichen.

Gleich zu Beginn des Jahres wurde im Faurndauer Hau bei Bünzwangen ein Einschlag mit ca. 550 Fm durchgeführt, vorwiegend Buchenbrennholz. 

Buchen bedrängen hier die alten Eichen, wachsen in deren Krone und bringen sie zum Absterben. Ziel ist es die Eichenkronen frei zu stellen, um sie fit für die kommenden Jahre zu machen.

In diesen durchforsteten Wäldern werden auf Teilflächen sogenannte Habitatbaumgruppen ausgewiesen. Sie werden an abgestorbenen Bäumen oder Bäumen mit Biotopcharakter initiiert.  In diesen Baumgesellschaften wird auf Holznutzung verzichtet und der Schutzgedanke in den Vordergrund gestellt. Der Waldbesitzer erhält dafür auch eine Entschädigung. 

Im Maienwald bei Rosswälden wurden einige sehr dicke und hiebsreife Douglasien ausgewählt und gefällt. Die unteren 5m sind dabei das wertvollste Stück und wurden zur Wertholzsubmission nach Unterberken gebracht.

Die Douglasien sind 120 Jahre alt und haben einen Durchmesser von teils über 80 cm. Was den Förster besonders freut, die Nachfolgegeneration steht auch schon in den Startlöchern. Mit geschultem Auge erkennt man die kleinen Sämlinge in der Bodenvegetation. Ein Pflanzen von jungen Bäumen ist daher nicht notwendig.

Das feuchte Jahr 2021 hat dem Wald eine Verschnaufpause gewährt. Es bleibt aber abzuwarten wie sich die geschädigten Buchenkronen, zum Beispiel im Hardtwald, weiterentwickeln. Die Verkehrssicherung entlang öffentlicher Straßen und Forstwege wegen abgestorbener Bäume oder Kronenteile wird ein Dauerthema bleiben.

Pflanzungen von Waldbäumen sind dieses Jahr nicht geplant. Es gibt genug Arbeit um die 3 ha gepflanzten Wälder vom Unkraut zu befreien. Im Kunzenbühl  haben wir große Probleme mit dem Indischen Springkraut. 

Zum Standart gehört die Unterhaltung der Waldwege inclusive Mulcharbeiten und Lichtraumprofil. 

Nach dem von allen ersehnten und hoffentlich baldigen Ende der Coronaepedemie freue ich mich auf zahlreiche Begegnungen mit den kleinen Ebersbacher Bürgern wenn sie mit ihrer Schulklasse oder dem Kindergarten einen Besuch im Stadtwald machen.


Brennholz

Informationen zum Brennholz gibt es hier

 

Borkenkäfer und Privatwald

Trotz der extremen Trockenheit 2020 entwickelte sich im Raum Ebersbach erstaunlicherweise keine verschärfte Borkenkäfersituation. Dennoch sollte man sich jetzt nicht entspannt zurücklehnen, denn der nächste Sommer und mit ihm der Borkenkäfer kommt bestimmt.

Hat der Käfer im Winter nicht Pause?

Ja, aber… die Wintermonate sollten genutzt werden um bisher unentdeckte, befallene Fichten aufzuarbeiten und aus dem Wald zu verbringen.

Befallene Bäume erkennt man im Herbst und Winter an vertrocknenden Kronenteilen und an herabfallenden Rindenstücken, sowie den dann sichtbar werdenden Fraßbildern, die die Larven der Borkenkäfer während ihres Wachstums anlegen. Bei der Fichte sind es in der Regel der Buchdrucker und der Kupferstecher.

Die Rinde fällt natürlich nicht von alleine ab, vor allem der Schwarzspecht nützt die unter der Rinde sitzenden Käfer als Nahrungsquelle. Die dabei abfallende Rinde zeigt uns welche Bäume befallen sind.

Ist einmal die ganze Rinde weg, kann der Baum auch stehen bleiben. Um Neubefall im kommenden Frühjahr leichter erkennen zu können, empfiehlt es sich aber trotzdem dürre Bäume umzusägen, dann wird es übersichtlicher. Am Boden liegend zersetzen sie sich wesentlich schneller und dienen häufig dem Rothalsbock als Brutstätte. Dessen fette Larven wiederum sind während der Jungenaufzucht die Hauptnahrungsquelle des Schwarzspechts.

Vom Specht bearbeitete Fichten

Was muss  ich im Frühjahr und Sommer tun?

Wurden durch Winterstürme Fichten umgeworfen oder ist mehr als ein Drittel der Krone abgebrochen, ist Aufarbeitung und Abfuhr angesagt.

Maßnahmen ab Beginn des Käferflugs:

Intensive Kontrollen auf Stehendbefall. Bohrmehl am Stammfuß und auf dem Boden und kleine Harztropfen auf der Stammoberfläche ab April sind eindeutige Zeichen für einen Neubefall. Später zeigen sich erkennbare Verfärbung der Krone und abfallen der Rinde vom Stamm.

Befallene Bäume müssen markiert, aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden. Zur Minimierung der Gefahren für Ihren Wald und dem Ihrer Nachbarn, sind regelmäßige Kontrollen und schnelle Reaktionen unverzichtbar.

Sollten Sie diesbezüglich Hilfe in Anspruch nehmen wollen, können Sie sich fachkundige Beratung beim Forstrevier einholen. Wir können ihnen Unternehmer zur Aufarbeitung vermitteln und uns um den Verkauf des Schadholzes kümmern.

 

Gehölzschonzeit

Am 1. März beginnt wieder die gesetzliche Gehölzschonzeit. Entsprechend dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen in dieser "Sommerpause“ • Bäume außerhalb des Waldes, außerhalb von Kurzumtriebsplantagen und außerhalb gärtnerisch genutzter Grundstücke, • Hecken, • lebende Zäune, • Gebüsche, • andere Gehölze • sowie Röhrichte nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden.

Der Sinn dieser Regelung besteht vor allem im Schutz der im Frühling erwachenden Tierwelt. Insbesondere die Vögel, die jetzt wieder ihr Brutgeschäft beginnen, aber auch z.B. Wildbienen und andere Insekten, die diese Lebensräume bewohnen, sind jetzt besonders zu schonen.
Die Schonzeit dauert bis 30. September.

Nicht von dieser zeitlichen Vorgabe berührt sind u.a. die üblichen Pflegeschnitte bei Obstbäumen und streng formgeschnittenen Gartenhecken. Natürlich sollte aber immer grundsätzlich mit Rücksicht auf unsere gefiederten Freunde und andere Tiere gearbeitet werden.

Alten Bäumen mit Höhlen und starkem Totholz sollte stets besondere Rücksichtnahme geschenkt werden. Sie bieten für viele Vögel, Fledermäuse, Hornissen, Holzkäfer und andere geschützte Tiere wichtige „Wohnungen“ und stehen daher auch unabhängig von der Schonzeit unter besonderem Schutz, genauso wie ausgewiesene Naturdenkmale.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen das Landratsamt Göppingen gern zur Verfügung (Tel. 07161 / 202-417; E-Mail

Kontakt

Martin Mönich
Forstrevier Ebersbach
Lerchenweg 29
73035 Göppingen

Tel. 07161 / 5046301
Fax 07161 / 5047289

forstamt@lkgp.de
m.moenich@lkgp.de

Forstamt Landkreis Göppingen