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Kunst im Rathaus

Im Rahmen "Kunst im Rathaus" gibt die Stadt Ebersbach an der Fils Künstlern aus Ebersbach und Umgebung oder Künstlern mit einer Beziehung nach Ebersbach die Möglichkeit, ihre Werke in den Räumlichkeiten des Rathauses kostenlos auszustellen.

Gefahren der Arbeit

Gefahren der Arbeit, Unfälle und Todesfälle, historische Arbeitsschutzplakate

Schon immer verunglückten oder verletzten sich Menschen bei der Arbeit. Heute sind aufgrund von Sicherheitsmaß-nahmen viele Arten der Arbeit weniger oder gar nicht mehr gefährlich. Von bestimmten Arbeiten geht auch heute noch ein Gefahrenpotential aus.

Besonders gefährlich sind auch heute noch solche Unfälle die aufgrund mangelnder Aufmerksamkeit entstehen, wie die klassischen Unfälle mit der Leiter.

Aufgrund der rasch fortschreitenden Industrialisierung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert waren die Gesundheit und oft auch das Leben der Menschen, die in der Industrie arbeiteten zunehmend gefährdet.

Die Arbeitsbedingungen waren schlecht und Unfälle an der Tagesordnung. Schutzvorrichtungen an den Maschinen fehlten weitgehend.

Gefahren lauerten aber nicht nur in den Fabriken. Auch auf der Straße und bei der Arbeit im Handwerk und in der Landwirtschaft lauerten Gefahren.

1920 rief eine Reihe von Berufsgenossenschaften die Zentralstelle für Unfallverhütung ins Leben. Damit sollte ein einheitliches Vorgehen in den Fragen der Prävention gefördert werden.

1924 gründeten einige gewerbliche Berufsgenossenschaften und der Verband der landwirtschaftlichen Berufsgenossen-schaften die Unfallverhütungsbild GmbH, die sich der Vermittlung von Arbeits-schutzinhalten widmete. Um das Bewusstsein über die im alltäglichen Berufs- und Arbeitsleben steckenden Gefahren zu schärfen, veröffentlichte die Unfallverhütungsbild die hier ausgestellten Plakate.

Inhaltlich haben die Plakate als präventive Maßnahme zur Verhütung von Arbeitsunfällen bis heute nichts an ihrer Gültigkeit verloren.

Die Plakate waren früher Teil der Lehrmittelsammlung der Gewerbeschule Ebersbach und sind heute Teil der Museumssammlung.

Unfallprävention durch Plakate

Ursprünglich waren Plakate ein typisches Medium für Werbezwecke. Um 1900 entwickelte sich das Plakat dann zum Träger politischer Information. Nach 1918 fand die professionelle Gebrauchsgraphik Eingang als pädagogisches Mittel, wie hier als Unfallschutzplakate zur Vermittlung und Verbreitung des Arbeitsschutz-gedankens.

Ab Mitte der 1920-er Jahren begannen die Berufsgenossenschaften Arbeiter und Angestellte mit Hilfe von Plakaten für das Thema Arbeitsschutz zu sensibilisieren. Gemäß dem Motto „Was Hänschen nicht lernt - lernt Hans nimmer mehr“  wurde schon den Auszubildenden und Schüler der Ebersbacher Berufsschule das Thema mittels Plakat näher gebracht. Reißnagelspuren an den Ecken der Plakate zeugen von der ursprünglichen Montage an der Wand.

Ein Katalog der Unfallverhütungsbild GmbH  von 1928 hat sich aus dem Nachlass der Ebersbacher Gewerbeschule erhalten. Die hier gezeigten Plakate entstanden zwischen 1926 und 1930. Die Plakate sind heute Teil der Sammlung des Stadtmuseums Ebersbach.

Gewerbeschule Ebersbach

Die ersten Schritte zur Gründung einer gewerblichen Fortbildungsschule unternahm der Ebersbacher Gemeinderat im Jahr 1888. Da aber nur 9 Schüler angemeldet wurden, ließ man das Projekt ruhen - der Lehraufwand wäre zu hoch gewesen.

1904 hatte sich aufgrund der fort-schreitenden Industrialisierung und durch die damit verbundene Zunahme der Bevölkerung die Situation geändert: es gab nun viele Handwerkslehrlinge. Der Gemeinderat bewilligte wie 16 Jahre zuvor die nötigen finanziellen Mittel.

Unterrichtet wurden die Schüler zunächst jahrelang noch von den bereits hier tätigen Volksschullehrern.

Nach dem ersten Weltkrieg schloss sich die Ebersbacher Gewerbeschule mit Reichenbach/Fils zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss man sich dem Gewerbeschulverband Göppingen an.

Diese Teilschule blieb bis Juli 1981 im alten Schulgebäude im Kirchberg bestehen. 1986 eröffnete im Gebäude der alten Gewerbeschule die Stadtbibliothek.

Die künstlerische Qualität der Plakate ist unterschiedlich. Einige Plakatentwürfe stammen aus für die Werbung arbeitenden Ateliers, wie die Kunstanstalt Hollerbaum & Schmidt. Die in Berlin angesiedelte Kunstanstalt erlangte hohe Popularität durch die Entwicklung des so genannten Sachplakats, das dem Ziel eines künstlerischen Anspruchs unter Berücksichtigung kommerzieller Belange auf optimale Weise Rechnung trug.

Wie die Reklamekunst basieren auch die Unfallverhütungsplakate auf der wirksamen Verbindung von der Erregung von Aufmerksamkeit, Typografie und Kunst. Das Ziel ist in erster Linie die Bewusstwerdung des Gefahren-potentials der Arbeit. Manche Plakate werden auch künstlerisch / ästhetischen Ansprüchen gerecht.

Viele Plakate tragen die Signatur eines Künstlers oder einen ausdrücklichen Hinweis auf den Entwerfer. Soweit die Namen identifizieret werden konnten, handelte es sich meist um ausgebildete Gebrauchsgraphiker, Zeichner, Illustratoren oder um Kunstmaler, die mehr oder weniger erfolgreich von ihrer Kunst leben konnten. Die meisten dieser Künstler sind mehr oder weniger vergessen und  ihr Schaffen zumeist unerforscht.

Künstler:

- Hermann Härtlein (1885- nach 1947), er war Bühnenbildner, Zeichner, Illustrator, Grafiker

- Albert Lamm (1873-1939), naturalistischer Maler (Plakat 196)

- Gyuk Wegener

- V. Dedlling

- Richard Friese

- Johannes Rudolph

- Salender

- H. Fries

- Joe Loe (eigentlich: Joe Löwenstein), er war Gebrauchsgraphiker

Kontakt

Dietmar Vogl
Kunst im Rathaus
Stadtverwaltung Ebersbach
Marktplatz 1
73061 Ebersbach an der Fils

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