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    Jakob Grünenwald Gedächnisstätte 

Jakob Grünenwald und die Genremalerei

Die Genremalerei erfreute sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit. Als Folge der französischen Revolution gab es auch in Deutschland zahlreiche Reformen, die zu einem neuen Selbstverständnis des Bürgertums führten. Das Bürgertum entwickelte ein eigenes kulturelles Verständnis und wurde zur Publikums- und Käuferschicht. Die Wohnzimmer wurden mit Genrebildern geschmückt, die hauptsächlich Alltagssituationen der bäuerlichen Lebenswelt zeigten. Im Gegensatz zur stilisierten Historienmalerei wirken die Genrebilder natürlicher und die Mittelschicht konnte sich mit den dargestellten Figuren identifizieren. Die realistisch wirkenden Figuren stehen allerdings im Widerspruch zu der verklärten, idyllischen Darstellung der Welt. Diese Verklärung spiegelt die Wünsche der damaligen Bürger nach einem friedvollen Familienleben wider. Gerade zur Zeit der beginnenden Industrialisierung mit allen ihren Folgen, wuchs der Wunsch nach familiärem Glück.

Besonders das Bauerngenre, auch in Kombination mit dem Kindergenre, war sehr beliebt. Die Bauern symbolisierten eine Welt, die vom Wandel unberührt zu bleiben schien. Außerdem war die Verbundenheit zur Natur ein beliebtes Thema.

Jakob Grünenwald ist bekannt geworden mit seinen Bildern aus dem Bauerngenre, auf das er sich fast ausschließlich beschränkte. Die meisten seiner Bilder haben die Landschaft als Hintergrund, und im Vordergrund eine ländliche Szene. Oft sind Familien abgebildet, mit Kindern, die Unschuld und Unbeschwertheit symbolisieren. Grünenwalds Bilder sind fast durchweg heiter; er vermeidet z. B. das Thema Arbeit und jegliche sozialkritische Tendenz. Viele seiner Motive verwendet er immer wieder, wie z. B. den „Springenden Spitz“. Der Hund ist oft in Verbindung mit Liebespaaren zu sehen, da er die Treue symbolisiert.

Kontakt

Jakob Grünenwald Gedächtnisstätte
Ortsstraße 49
73061 Ebersbach an der Fils

Dieter und Dora Hettfleisch
Tel. 07163 / 2306

Öffnungszeiten

1. Sonntag im Monat
10.00 Uhr – 12.00 Uhr,
außer Januar, Februar, August, September

Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeit nach Absprache.