Kunst im Rathaus, Bilder von Roswitha Krebs von 26.9. bis 13.11.2014

Ebersbach / Sachsen

Die Partnerstadt Ebersbach in Sachsen


Die sächsische Partnerstadt von Ebersbach an der Fils

Geschichtliches

Gegründet wurde Ebersbach/Sachsen um 1200 als Waldhufendorf. Allmählich entwickelte sich das Bauerndorf in ein Häusler- und Weberdorf. Das Weberhandwerk spielte in der weiteren Entwicklung des Ortes eine bedeutende Rolle, nicht nur bei Errichtung der für diese Region so typischen "Umgebinde Häuser". Einige von diesen Gebäuden sind heute noch in originalem Zustand vorhanden und zeugen von einer einzigartigen Dorfbauweise.

Um 1846 entstehen die ersten größeren Handwerksbetriebe, so zum Beispiel Spinnerein, Färbereien, mechanische Webereien, Kleiderfabriken, Glasraffinereien, Buchdruckereien, Steinindustrie und anderes mehr. Als 1873 der Ebersbacher Bahnhof (heute Grenzbahnhof zwischen Deutschland und Tschechien) erbaut wurde, entwickelte sich der Ort zu einem Einsenbahnknotenpunkt (Ebersbach-Prag, Ebersbach-Löbau, Dresden-Zittau). Am 5. September 1925 wird dem Industriedorf das Stadtrecht erteilt.

Ab 1948 werden im Zuge der sozialistischen Reformen viele Betriebe enteignet und in Volkseigentum überführt. Mit der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten im Jahre 1991 musste ein Großteil der Betriebe wegen Unrentabilität geschlossen werden, so dass derzeit eine sehr hohe Arbeitslosigkeit in Ebersbach/Sachsen herrscht. Um neue Arbeitsplätze zu schaffen ist es notwendig, dass Investoren und Unternehmen verstärkt in die schöne Oberlausitz gehen. Die Region sowohl touristisch erschließungswürdig, als auch für die Neuansiedlung von Industriebetrieben geeignet und das nicht zuletzt auch durch ihre günstige Lage in Bezug auf die osteuropäischen Staaten, insbesondere Polen und Tschechien.

Ebersbach/Sachsen - heute
Ebersbach/Sachsen - seit 1991 Partnerstadt von Ebersbach an der Fils.
Bürgermeister: Lothar Heinicke
Größe des Stadtgebietes: 1489 ha
Höhe: 354 m ü.d.M.
12.500 Einwohner

Ebersbach ist ein Zentrum der Oberlausitzer Volkskunstpflege. Besonders die Mundart hat hier eine traditionelle Pflegestätte gefunden.
Die Stadt ist hufeisenförmig um einen 486 m hohen Berg, den "Schlechteberg", angesiedelt und liegt verkehrsgünstig an der B 96 sowie an der EuropaStraße nach Tschechien.

Homepage von Ebersbach/Sachsen.

Partnerstadt Ebersbach-Neugersdorf wählt neues Stadtoberhaupt

Am 10. April wurden die Wählerinnen und Wähler unserer Partnerstadt Ebersbach-Neugersdorf zu den Wahlurnen gerufen, um darüber abzustimmen, wer nach dem Zusammenschluss der beiden Nachbarstädte Ebersbach und Neugersdorf künftig die Geschicke als Stadtoberhaupt lenken soll. Im ersten Wahlgang zwei Wochen vorher konnte keiner der drei Bewerber die absolute Mehrheit erreichen. Beim nunmehr entscheidenden zweiten Wahlgang siegte Frau Verena Hergenröder mit 52,7% der abgegebenen Stimmen. Frau Hergenröder war zuvor Bürgermeisterin der Stadt Neugersdorf. Der seitherige Bürgermeister von Ebersbach, Herr Bernd Noack, belegte bei dieser spannenden Wahl mit 47,3% der Stimmen den zweiten Platz. 54,3% der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Bürgermeister Sepp Vogler wird die Glückwünsche der Partnerstadt Ebersbach an der Fils anlässlich der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft mit Ebersbach/Sachsen am kommenden Wochenende zusammen mit einer rund 30-köpfigen Besuchergruppe aus dem Filstal persönlich überbringen. Von hier aus ein herzliches Glück auf der neuen Bürgermeisterin, verbunden mit den besten Wünschen für eine gedeihliche Entwicklung der neuen Stadt Ebersbach-Neugersdorf!

Reise nach Sachsen zur Feier des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft

Am 6. Mai machten sich fast 40 Personen auf den Weg in die Oberlausitz, eingeladen zur 20-Jahres-Feier der Partnerschaft mit Ebersbach in Sachsen – inzwischen Ebersbach-Neugersdorf. Im Brauerei-Gutshof des thüringischen Wernesgrün war Mittagspause, und knapp nach 18 Uhr die Partnerstadt erreicht. Was für ein herzlicher Empfang – als hätte man sich seit 20 Jahren nicht gesehen - neue Gäste wurden mit großer Freude Willkommen geheißen !

Es gab einen Begrüßungstrunk und ein schön verpacktes Dossier über Stationen, Ereignisse und Persönlichkeiten dieser Partnerschaft. Während sich die Gastgeber ihrer Gäste annahmen, trafen sich zu einer Gesprächsrunde Alt-Bürgermeister Bernd Noack, die Bürgermeisterin Verena Hergenröder, Jean-Pierre Sandoz (in Vertretung für Senator und Bürgermeister Bernard Piras), Sepp Vogler und aus Neugersdorfs Partnerstädten BM Heiko Merz aus Gründau in Hessen und BM Andrzej Kasiura aus Krapkowjce in Polen. Ergebnisse kamen am Samstagabend in den Reden zum Ausdruck – davon später.


v.l.n.r.: Frank Thoma, Bernd Noack, J.-P. Sandoz, Sepp Vogler, Verena Hergenröder, Heiko Merz, Andrzej Kasiura, Lothar Heinicke

Der Samstagvormittag stand zu freien Verfügung, was sehr erfreulich war. So konnte der Chronist sich durch ein altes Bauernhaus führen lassen, das mit viel Sachverstand und Eigenarbeit saniert wird. Für einen Bummel durch Bautzen war auch noch Zeit.

Zum gemeinsamen Mittagessen traf man sich im Berg-Gasthof Honigbrunnen bei Löbau. Da stimmte alles: Sonnenschein, traumhafter Blick ins Oberlausitzer Bergland, Ambiente, Küche und Service. Nächstes Ziel war das Dorfmuseum Markersdorf, wo die bäuerliche Lebensweise von vor mehr als 100 Jahren zu entdecken ist. Hier sind kenntnisreich und liebevoll Einrichtungen von Haus und Hof zusammengetragen. Zum lebendigen Inventar gehört sogar das Deutsche Sattelschwein.

Der Festabend fand im Oberlausitzer Kultur- und Veranstaltungshaus statt. Frau Hergenröder begrüßte nicht nur die Gäste und ihre Gastgeber, sondern auch zahlreiche Mitbürgerinnen und Mitbürger. Sie stellte unsere partnerschaftlichen Beziehungen als vorbildliche Unterstützung nach der Wiedervereinigung dar und mahnte, diese Bindungen weiter zu pflegen. Herr Noack erinnerte daran, welch große Hilfe die kommunale Zusammenarbeit ab 1991 war und wie intensiv sich eine gesamtdeutsche Identität entwickeln konnte, die gerade durch die wiederholten Besuche des TV Ebersbach und des sächsischen TSV vertieft wurde. Die Partnerschaft weiter zu führen sei von Nutzen, meinte bescheiden Herr Noack. Unter dem Eindruck der Gespräche vom Vorabend prägte Herr Vogler den Begriff „Städtefreundschaft“. Das könnte weniger bedeuten als vertraglich verbriefte Partnerschaft, er siedelt die Bedeutung jedoch ideell höher an, als gefühlten Auftrag im innerdeutschen und europäischen Rahmen. Da wird hier in Ebersbach zu klären sein, ob und wie die Partner Neugersdorfs aus Polen und aus Hessen zu integrieren sind.

Die Vertreter aus Bourg-lès-Valence, Gründau und Krapkowjce gratulierten herzlich zu diesem Jubiläum und erhoffen im erweiterten Bund für ihre Gemeinden eine Fortsetzung und Vertiefung der Freundschaft. Nach schmissigen Darbietungen junger Tänzer der Tanzschule Looke wurden Gastgeschenke überreicht. Zum besonderen Anlass das besondere Geschenk, ein Holzeber von gut 150 kg, gestaltet vom Holzskulpturenschnitzer Peter Scheible aus Nassachmühle, hinterließ den größten Eindruck.

Laut Programm gab es dann ein „Abendbrot“, in Wahrheit ein reichhaltiges und ausgezeichnetes Buffet. Eine junge Band bot live-Musik, und wer Bewegungsdrang verspürte, konnte auch noch tanzen.


Herr Thoma und Herr Pfeiffer enthüllen das Gastgeschenk

Beim Abschied am Sonntagmorgen von den alten und neuen (!) Freunden war von allen zu hören, dass die freundschaftlichen Beziehungen gerade nach diesen 20 Jahren noch lange Zeit fortdauern mögen.

Kurt Köppl

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