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  • Stadtwerke Ebersbach

    Foto: Wasserturm Weiler

Der Weg des Wassers zu Ihnen nach Hause

Die öffentliche Wasserversorgung deckt den Bedarf an Trinkwasser und Brauchwasser zu rund 80 % aus dem Grundwasser. Sie dient der Allgemeinheit und ist deshalb von zentraler Bedeutung. Über Brunnen wird das Grundwasser für die Wasserversorgung an die Erdoberfläche gefördert. Grundwasser wird bevorzugt für die Trinkwasserversorgung verwendet. Es ist wesentlich besser vor Verunreinigungen geschützt als Oberflächenwasser.

Nun ist es nicht so, dass man einfach so viel Grundwasser fördern darf wie man gerade will. Die Menge wird von der zuständigen Wasserbehörde genauestens vorgeschrieben, denn letztendlich darf nur so viel Wasser gefördert werden, wie durch Versickerung von Niederschlägen wieder dem Grundwasser zufließt. Durch diese Maßnahmen wird der Grundwasserspiegel immer im gleichen Level gehalten, es entsteht ein Gleichgewicht.

Es stellt sich jetzt die Frage, wie ist denn ein solcher Brunnen aufgebaut?

Der Aufbau ist im Grunde immer gleich, jedoch können durch verschiedene geologische Gesteinsformationen die Tiefen der Brunnen und somit die Lage der Filterrohre unterschiedlich angelegt sein.

Das ist der Einstieg in einen Tiefenbrunnen.

An der Oberfläche ist nicht viel zu sehen. Die Technik ist weit unter der Erdoberfläche.

In Ebersbach sind die Brunnen 40 und 50 m, in Bünzwangen 35 und 23 m, in Weiler 100 m tief.

Die Pumpen sind ganz unten, an der tiefsten Stelle des Brunnens installiert. Darüber sind Filterrohre angebracht, durch die das Grundwasser einströmen kann. Wird die Pumpe abgeschaltet, so entsteht ein Ruhewasserspiegel. Ab diesem Ruhewasserspiegel sind die Filterrohre bis in den Pumpenschacht geschlossen. Dadurch wird ein ungewolltes Eindringen von Schmutzteilchen oder Fremdwasser verhindert.

Schaltet man die Pumpe ein, so zieht sie durch die Wasserentnahme den Ruhewasserspiegel nach unten. Das wird als abgesenkter Wasserspiegel bezeichnet.

Der Kiesfilter verhindert, dass die Filterrohrschlitze durch den Boden verstopfen können.

Nun ist das Grundwasser besser vor Verunreinigungen geschützt als das Oberflächenwasser, aber auch das Grundwasser ist in zunehmenden Maße gefährdet. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wo die Gefahren für unser Grundwasser liegen, was dagegen getan wird und was jeder Einzelne dagegen tun kann.

Menschliches Handeln bringt zahlreiche Gefährdungen mit sich. Früher galt dabei das Augenmerk vor allem auf bakteriologische Verunreinigungen. Heute muss auch zusätzlich stark auf chemische Beeinträchtigungen geachtet werden. Diesen Gefährdungen wird schon im Vorfeld durch gezielte Maßnahmen begegnet. Deshalb wurde ein Gesamtkonzept zur Verbesserung des Grundwassers entwickelt. Das Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ gilt somit auch hier. Eine Sanierung des Grundwassers bis hin zur Trinkwasserqualität ist in vielen Fällen technisch kaum machbar und mit sehr hohen Kosten verbunden.

Eine von mehreren Maßnahmen das Grundwasser und somit die derzeitige und zukünftige öffentliche Wasserversorgung zu sichern, ist die Festsetzung von Wasserschutzgebieten. Sie haben grundsätzlich Vorrang vor anderen Interessen. Nutzungsbeschränkungen, Verbote und Duldungspflichten sind erforderlich, um die Güte des Grundwassers auch für die folgenden Generationen zu sichern.

Wasserschutzgebiete als Reservate für unsere Trinkwasser können nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wasserschutzgebiete werden im Interesse der derzeit bestehenden oder künftigen öffentlichen Wasserversorgungen festgesetzt. Sie umfassen grundsätzlich das Einzugsgebiet, aus dem Grundwasser zur Wasserfassung fließt. Dabei wird das gesamte Gebiet in drei Zonen eingeteilt.

Zone I (Fassungsbereich)
Diese Zone umfasst die unmittelbare Umgebung der Entnahmestelle, eine Bodennutzung ist hier nicht zugelassen.

Zone II (engere Schutzzone)
Sie wird in der Regel nach der sogenannten 50 Tage Linie festgelegt. Das heißt, die Fließzeit vom äußeren Rand der Zone II bis zur Fassung beträgt mindestens 50 Tage. Bakterielle Gefahren sollen so verhindert werden.

Zone III (weitere Schutzzone)
Hier handelt es sich in der Regel um die Umgrenzung des Einzugsbereiches der Fassung mit dem Ziel, chemische Beeinträchtigungen der Wasserqualität zu verhindern.

Wöchentlich werden im Labor der Stadtwerke Ebersbach die Wasserproben, die an jedem Tiefenbrunnen entnommen werden, auf pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur, Trübung, Geruch und Geschmack untersucht.

Um die Wasserqualität unter hygienischen Gesichtspunkten beurteilen zu können, muss die Temperatur des Wassers bekannt sein. Einbrüche von Fremdwasser können leicht anhand von Temperaturschwankungen nachgewiesen werden. Der Geruch und Geschmack eines Wassers weist auf Substanzen hin, die bei der Untersuchungstemperatur flüchtig sind. Trübung, die nach Niederschlägen auftreten, weisen auf die Gefahr hin, dass Oberflächenwasser eingedrungen ist. Reines Wasser leitet den elektrischen Strom nicht. Erst durch Anwesenheit von Salzen wird das Wasser leitend. Die Leitfähigkeit ist ein Maß für den Gesamtsalzgehalt.

Der pH-Wert ist besonders wichtig zur Beurteilung der Aggressivität eines Wassers. Bei der Aufbereitung des Wassers ist häufig eine laufende Kontrolle notwendig. Der pH-Wert gibt an, ob saure oder alkalische Verhältnisse vorliegen.

Monatlich werden mikrobiologische Untersuchungen am Wasser vorgenommen. Hierfür werden aus Privathäusern, die sich quer durch das ganze Stadtgebiet und die Teilorte verteilen, Proben entnommen, die dann im Labor der Stadtwerke Göppingen auf Bakterien wie Escherichia Coli, Fäkalstreptokokken und coliforme Keime untersucht werden.

1 bis 2 mal im Jahr muss eine chemische Wasseruntersuchung stattfinden. Hierbei wird das Wasser auf sämtliche Inhaltsstoffe untersucht und aufgeschlüsselt. Diese Untersuchungen werden von der Vedewa im Labor in Stuttgart vorgenommen.

Um jegliche Übertragung von Bakterien oder anderen Keimen übers Trinkwasser zu verhindern, wird das Wasser desinfiziert, sei es mit Chlor, Chlordioxid oder Ozon. Die Stadtwerke Ebersbach benützen hierfür Chlorbleichlauge.

Die zuzusetzende Chlormenge richtet sich nach dem Chlorbedarf, auch Chlorzehrung genannt, des Wassers. Die Menge richtet sich also nach der Eigenart des Wassers und nach der chlorzehrenden Wirkung des Rohrmaterials.

Das Wasser muss vollkommen mit Chlor durchmischt werden und muss dann eine halbe Stunde auf das Wasser einwirken, bevor die Restchlormenge gemessen werden kann.

Diese Messungen müssen täglich durchgeführt werden. Das heißt jeden Tag Messungen im Gentenried, in Weiler und in Bünzwangen.

Reaktionsbehälter in Weiler. In dieser Anlage reagiert das Chlor im Wasser, das mit 2 Liter pro Sekunde genau eine halbe Stunde braucht bis es die Röhren durchflossen hat.

Wasser ist das Lebensmittel Nr. 1.

Strenge Gesetze, Verordnungen, Richtlinien und Grenzwerte sind notwendig um die Wasserqualität zu sichern und es für jedermann bekömmlich zu machen.

Erfüllt ein Wasser z.B. einen Grenzwert nicht, so muss dieses Wasser so aufbereitet werden, dass es den Vorschriften entspricht.

Pumpen- und Filteranlagenhaus in Bünzwangen

In Bünzwangen und Weiler enthält das Wasser etwas zu viel Eisen und Mangan, deshalb wird dort das Wasser, nicht wie in Ebersbach direkt in das Leitungsnetz gepumpt, sondern muss vorher über einen Oxidator und eine Quarzsandfilteranlage geleitet werden.

Dies ist die Quarzsandfilteranlage in Weiler.

Diese Anlage ist in der Lage, selbst kleinste Schwebeteilchen aus dem Wasser zu filtern.

Die grünen Leitungen befördern das Wasser aus der Oxidationsanlage in den Filter.

In der braunen Leitung im Hintergrund werden die ausgefilterten Schwebeteilchen bei Rückspülung des Filters abgeleitet.

Der blaue Bereich des Behälters enthält das reine gefilterte Wasser, das nun in die Wasserkammer des Wasserturms auf 25 Meter Höhe gepumpt werden kann.

Links dieselbe Anlage wie im Wasserturm Weiler, nur etwas kleiner als Oxidator und Quarzsandfilter in Bünzwangen.

Nach der Aufbereitung hat das Wasser auch in diesen Teilorten von Ebersbach die beste Trinkwasserqualität und kann an den Verbraucher abgegeben werden

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Um das Wasser auch zu jedem einzelnen Verbraucher leiten zu können, muss im Leitungsnetz ein genügend hoher Druck vorhanden sein. Es muss sicher gestellt sein, dass auch, wenn alle Verbraucher gleichzeitig Wasser entnehmen, der letzte Verbraucher im Leitungsnetz noch genügend Wasser bekommt.

Ist eine ausreichende Höhendifferenz zwischen Wasserbehälter und Endverbraucher aus geografischen Gründen nicht vorhanden, gibt es noch 2 weitere Möglichkeiten einen ausreichenden Wasserdruck aufzubauen.

Ein Wasserturm wie in Weiler ist die eine Möglichkeit.

Im Wasserturm in Weiler wird das Wasser in einen Behälter in 25 Meter Höhe gepumpt und dort gespeichert.

Dies hat den Vorteil, dass ohne weitere Energieaufwendungen schon am Fuß des Turmes ein Druck von 2,5 bar ansteht und somit eine hohe Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann.

Der Nachteil eines solchen Turmes ist, dass er sehr hohe Baukosten verursacht und nur kleine Inhaltsmengen gespeichert werden können.

Der Wasserturm in Weiler hat ein Fassungsvermögen von 150 m³, das entspricht bei der heutigen Einwohnerzahl dem Tagesverbrauch.

Pumpenraum in Büchenbronn

Die zweite Möglichkeit ist eine sogenannte Drucksteigerungsanlage mit Wasserbehälter in Tieflage, wie es bei uns in Büchenbronn vorkommt.

Hier wird das Wasser in einen zur Hälfte mit Luft gefüllten Druckbehälter gepumpt.

Die Luft wird durch das Wasser so lange zusammengepresst bis wir einen Gegendruck von 2,5 bar erreicht haben, dann schaltet die Pumpe ab. Bei Wasserentnahme dehnt sich die Luft im Druckkessel wieder aus und der Druck fällt bis auf ca. 2 bar ab.

An diesem Punkt schaltet sich sofort wieder eine Pumpe ein, bis wieder ein Druck von 2,5 bar erreicht wird.

Wird nun mehr Wasser verbraucht als eine Pumpe liefern kann, schaltet sich automatisch eine zweite, dritte oder vierte Pumpe dazu.

Vorteile einer Drucksteigerung mit Behälter sind, vor allem die geringeren Baukosten. Der Behälter kann, da es sich um einen Erdbehälter handelt, mit einem großen Fassungsvermögen ausgestattet werden.

Der Nachteil einer solchen Anlage ist, dass man immer von der Stromversorgung abhängig ist.

Pumpenraum in Büchenbronn

Schalttafel und Steuerung der Drucksteigerungsanlage in Büchenbronn.

Hier können Störungen erkannt und auch behoben werden.

Die blauen Linien symbolisieren den Wasserlauf.

Die gelben Linien stehen für die Luftzufuhr für den Druckbehälter.

Diese ganze Technik verbirgt sich in einem schönen Klinkerhaus, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt.

Den Wasserspeichern kommt in der Kette der Anlagen von der Gewinnung bis zum Verbraucher eine besondere Bedeutung zu. Die Aufgaben, die die Wasserspeicher zu übernehmen haben, sind vielseitig. Sie richten sich hauptsächlich nach Art, der Größe und der Höhenlage des Ortsnetzes sowie nach der Lage der Gewinnungsanlagen, der Wasseraufbereitung und der Wasserförderung.

Wasserspeicher haben die Aufgabe, die für eine kontinuierliche Wasserversorgung erforderliche Wassermengen zu bevorraten.

Damit wird der Unterschied zwischen Wasserzufluss und Wasserverbrauch ausgeglichen und Verbrauchsspitzen werden abgedeckt. Der erforderliche Druck muss ebenfalls gehalten werden.

Unterschieden werden die Wasserbehälter nach ihrer topographischen und geographischen Lage zum Netz. Wasserbehälter in Hochlagen sind Hochbehälter oder Wassertürme deren Wasserspiegel höher als das Versorgungsgebiet liegen. Wasserbehälter in Tieflage sind Speicher deren Wasserspiegel so tief liegt, dass ein ausreichender Wasserdruck im dazugehörenden Versorgungsnetz nur durch pumpen des Wassers erzeugt werden kann.

Durchlaufbehälter liegen zwischen Wassergewinnung und Versorgungsgebiet. Das gesamte dort benötigte Wasser wird durch den Wasserbehälter geliefert. Tiefbehälter sind immer Durchlaufbehälter. Gegenbehälter liegen vom Wasserwerk aus gesehen hinter dem Versorgungsgebiet. Nur das nicht benötigte Wasser erreicht den Gegenbehälter. Diese Behälter sind nur in Hochlagen verwendbar. Hoch- bzw. Gegenbehälterwerden so hoch über dem Versorgungsgebiet angelegt, dass bei Entnahme, selbst bei niedrigem Wasserspiegel, noch genügend Druck vorhanden ist, um die Versorgung sicherzustellen. Es ist anzustreben, dass ein Hoch- bzw. Gegenbehälter 40 bis 60 Meter über dem Versorgungsgebiet liegt. Das entspricht einem Druck von 4-6 bar.

Jeder Speicherbehälter hat eine eigene Schalt- und Steuereinrichtung. Mit dieser lassen sich Störungen erkennen und beseitigen. Bei besonderen Situationen können die Schieber auf Dauerbetrieb geschaltet werden (Brände, Katastrophen oder Wartungsarbeiten).

Die Stadtwerke Ebersbach unterhalten 11 Hochbehälter mit einem Gesamtfassungsvermögen von 6330 qm Wasser, 5 Tiefenbrunnen mit einer Förderleistung von insgesamt ca. 24 Liter pro Sekunde und eine Pumpstation. Die Stadt Ebersbach ist in 3 Druckzonen eingeteilt.

Die Zone I (hellblau) ist die größte, sie versorgt die komplette Innenstadt und die Industriegebiete südlich der Leintelstrasse.

Die Zone II (mittelblau) erstreckt sich über den nördlichen Teil der Leintelstrasse bis hoch zur Panoramastrasse.

Alle Gebiete, die höher liegen wie die Panoramastrasse werden von der Zone III (dunkelblau) versorgt.

Ca. 45 % des Wasserbedarfes werden von den eigenen Tiefenbrunnen gedeckt. Davon befinden sich zwei in Ebersbach, zwei in Bünzwangen und einer in Weiler. Die verbleibenden 65 % des Wasserbedarfes werden von der Landeswasserversorgung dazugekauft.

Das Wasser der LW kommt aus der Donau und wird im Wasserwerk Langenau zu Trinkwasser aufbereitet und enthärtet. Dies bedeutet, dass alle Einwohner von Krapfenreut, Büchenbronn, Roßwälden, Sulpach, Bünzwangen westlich der Ziegelstrasse und Ebersbach Zone II und III ein Wasser mit einem Härtegrad von 11,8° deutscher Härte, Härtebereich 2, geliefert bekommen. In Weiler wird das LW-Wasser mit dem Eigenwasser gemischt, somit liegt dort die Wasserhärte bei ca. 16-18 °dH, Härtebereich 3. Die Zone I in Ebersbach und das Gebiet Bünzwangen, östlich der Ziegelstrasse werden ausschließlich von Eigenwasser versorgt. Die Bereiche haben damit einen Härtegrad von 22-27 °dH, Härtebereich 4.

In der Leitzentrale der Stadtwerke Ebersbach kommen sämtliche Daten, Mess- und Zählwerte aller Anlagen zusammen und werden dort ausgewertet und gespeichert. Neben diesen Aufgaben dient die Zentrale als oberstes Steuer- und Überwachungsorgan. Mit Hilfe neuester Technik können von hier aus alle Pumpen und Armaturen die sich in den Außenanlagen befinden gesteuert werden, so das eine auftauchende Störung in kürzester Zeit an das Wasserwerkspersonal weitergeleitet und somit die Versorgungssicherheit gewährleistet werden kann.

Ohne Wasser gibt es kein Leben.

Das gilt für Pflanzen, Tiere und ganz besonders für den Menschen, der täglich 2,5 – 3,5 Liter Wasser braucht, um zu überleben. Hierfür und für die Körperreinigung, für das Waschen der Lebensmittel, für das Geschirrspülen und Wäschewaschen ist Trinkwasser unersetzlich.

Stadtwerke Ebersbach

Mühlweg 8
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