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Der Stadtteil Büchenbronn

Büchenbronn ist einer der kleineren Stadtteile Ebersbachs. Es liegt auf ca. 450m Höhe auf dem Schurwald. Seine Geschichte reicht zurück bis in die Stauferzeit.




Die nachfolgenden Informationen wurden dem Buch "Der Schurwald" von Manfred Langhans, Kohlhammer Verlag, 2. Auflage 1980, entnommen. Die seither eingetretenen Veränderungen mit dem Stand von 1980 zu vergleichen (Bauliche Entwicklung, Einwohnerzahl, landwirtschaftl. Betriebe) ist für jeden heimatgeschichtlich interessierten hoch interessant. Hier wird die Schnelllebigkeit unserer Zeit besonders deutlich:

Ortsteil der Stadt Ebersbach/Fils im Landkreis Göppingen, an der Kreisstraße von Ebersbach nach Beutelsbach(-Waiblingen).
Haltepunkt der Omnibuslinie Ebersbach-Schorndorf.
Auf der schmalen Liashochfläche zwischen den Tälern von Kirnbach im Westen und Steigbach (Oberlauf des Ebersbach) im Osten; 460 m über Meeresspiegel, etwa 190m über der Fils.
Ortsteilbezirk 379 ha. Einwohner ca 350. - Postleitzahl 73061.
Zum Fernsprech-Ortsnetz Ebersbach/Fils (Vorwähl-Nr. 071 63).
Zuständig. Landratsamt Göppingen. Gemeindeverwaltungsverband EbersbachSchlierbach. Stadtverwaltung Ebersbach. Polizeiposten Ebersbach, notfalls Polizeirevier Uhingen. Stützpunktfeuerwehr Ebersbach. Amtsgericht Göppingen. Postamt Ebersbach. Revierförsterstelle Ebersbach-Büchenbronn bzw. Forstamt Göppingen.
Vor- und frühgeschichtliche Fundstätten. Nichts erkennbar oder jemals gefunden (auch nicht die angebliche villa rustica des Schrifttums), obgleich man früher die Flurnamen «Maueräcker» und «Steinäcker» nördlich Büchenbronn dahin deutete; richtiger volksmundlich «Mauerschäcker» (urkundlich 1786: Maurersäcker), also Äcker eines Bürgers namens Maurer oder eines Maurers; die «Steinäcker» wirklich sehr steinig.
Siedlungsbeginn vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert. Erstmals urkundlich, als «Buchinbronnen», 1362 genannt.
Name. Erklärung: der Brunnen am oder im Buchenwald (wohl der frühere Schöpfbrunnen beim Hirsch ). Spätere Schreibweise: Biechinbronn (1555). Volksmundlich: Biechebronn. Neckname der Büchenbronner: Hagenbücher.
Dorfanlage. Urkern: vermutlich beim «Hirsch». Später Straßendorf; südwärts erweitert seit 1960. Keine abgegangene Alemannensiedlungen auf der Markung, trotz der Flurnamen auf «... ingen»: a) «wiesen die bösingen» (1400), später mißverständlich «wiese zu Bösingen» (1524), meint ihren bösen = schlechten Knollenmergelboden; b) »wiß genannt winningen« (1526) oder »weninger wisen« (1555), der Wald darüber »im Wehninger« (1686), »Im Wenninger« oder »Wöhnung« heute; die Stammsilben wann-, winn-, und wön sind schwäbische Abwandlungen vom mittelhochhdeutschen »wunn« oder »wünn« = hochgelegene sonnige Weide. Übrigens: alemannische Ortsnamen nur in den Tälern, ihr Grundwort »... ingen« stets mit Personennamen zusammengesetzt; hier oben nur spätere sprachliche Angleichung.
Einstige Hoheitsrechte: Zunächst zum staufischen Herzogtum Schwaben bis etwa 1268; hier wohl zu den Herren von Ebersbach. Zu Wirtemberg (gemeinsam mit Ebersbach) seit 1274 oder 1299; zum Amt bzw. Oberamt bzw. Landkreis Göppingen. Aber Büchenbronn im Besitz der Erzherzogin Claudia von Tirol 1635 49 ( Seite 86). Zur Stabsschultheißerei Ebersbach seit alters bis 1818.
Landtagswahl 1980: CDU 45 %, SPD 36 %, FDP 12 %, Grüne 7 %.
Gemeindliches 1980: 1 Büchenbronner im Ebersbacher Stadtrat. - Außenstelle der Ebersbacher Stadtverwaltung; als deren ehrenamtliche Kontaktperson dient der Ortswart, ein von den Büchenbronnern auf unbestimmte Zeit gewählter Büchenbronner, im Volksmund auch »Anwalt« genannt. Planung: Erhaltung des dörflichen Charakters, Pflege von Naherholungsaufgaben.
Amtliche Bekanntmachungen in den »Ebersbacher Mitteilungen«.
Schulunterricht: sämtliche Jahrgänge in Ebersbach.
Gesundheitswesen: nächster Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Sozialstation, Apotheke und Unfallmeldestelle des DRK in Ebersbach. Krankenhaus in Göppingen.
Wirtschaftliches anno dazumal: Wirtembergisch 7 Bauernlehen 1477. Weitere 6 Lehen verkaufte ein Truchsess von Magolsheim an das Dominikanerinnenkloster Kirchheim unter Teck 1362; diese zu Wirtemberg 1535. Anbau von gutem Flachs und Hanf bis Mitte 19. Jahrhundert. Auf frühere Kohlenmeiler weist die »Kohlplatte« östlich vom unteren Weilerteil und der »Kohlhau« (so 1526, die späteren Sohlwiesen). Kalkbrennerei aus Angulatenkalk für Bauzwecke östlich unterhalb Büchenbronn (dort Flurname »Kalgofen« schon 1526).
Wirtschaftliches 1980. Erwerbspersonen 145, meist Auspendler ins Filstal; Einpendler 0. Landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 0,5 ha Gesamtfläche 13, davon 2 mit 10-20 ha und 3 darüber; Vollerwerbsbetriebe 5, Nebenerwerbsbetriebe 8; Acherbau auf 40 ha; Rinder 370.- Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten: 1, unter 10 Beschäftigten.
Gaststätten: »Zum Hirsch«, »Zur Rose«.
Kirchliches: Evangelisch 75 %, römisch-katholisch 11 %, Sonstige 14 %. - Vorreformatorisches: Zugehörig zum Bistum Konstanz und Landdekanat (Ruralkapitel) Göppingen; Filialort von Ebersbach. Einführung der Reformation 1534. Weiter Filialort von Ebersbach; 1 Büchenbronner im Evangelischen Kirchengemeinderat Ebersbach-West. Zum Dekanat Göppingen. - Kein Gotteshaus. Begräbnisstätte in Ebersbach. Die Katholiken eingepfarrt nach Ebersbach, Dekanat Göppingen.
Sonstiges. Schöne Lage vorm Hochwald mit prächtiger Fernsicht zur Schwäbischen Alb. Romantisches Tälchen des Steigbachs (Oberlauf des Ebersbachs) mit schroffen Talkopfklingen zwischen Büchenbronn und Krapfenreut. 2 Doppel-Wanderparkplätze nördlich vor Büchenbronn, 2 Parkplätze an der Hohen Straße nach Krapfenreut.
Wanderziele. Wundervolles Kirnbachtal, Thomashardter Lindenallee, Hohe Straße bis Königseiche, Forsthaus. Durch die Wöhnung zur Hohen Straße, Krapfenreut, Ebersbach, Wiesenweg über den Bühl.
Sonderschrifttum: Donner, H., Geschichte der Gemeinde Ebersbach an der Fils; hrg. von der Gemeinde Ebersbach 1964.